Vorgestellt: Gemeinden in der Region Tolna (4)
Gyönk ist ein kleines Dorf im Süden Ungarns (Komitat Tolna) mit ca. 2500 Einwohnern. Im wesentlichen unterscheidet sich dieser Ort nicht von vergleichbaren Dörfern Ungarns. Hier ist es sehr ruhig, friedlich, still und beschaulich. Erreichbar ist es von Pincehely und Szekszárd, bzw. Högyész. 150 km südlich von Budapest; 60 km östlich vom Balaton, 80 km nördlich von Pécs, in einem der Siedlungsgebiete der ungarndeutschen Minderheit.
Es war schon im Steinzeitalter bewohnt. Die ersten schriftlichen Funde stammen aus dem Jahre 1280. Der Adlige Gyönki László gab dem Ort seinen heutigen Namen. Diese Familie existierte bis 1446 und starb dann aus.
Im 16. Jh. eroberten die Türken das Land, viele Ungarn mussten ihren Wohnsitz verlassen, es folgten Kriegsjahre. Nachdem die Türken das Land verlassen haben, wurde das Gebiet verlassen und nicht bewohnt. Die Feldherren Sándor und Magyary-Kossa wollten das Dorf mit Ungarn besiedeln, es sind aber nicht viele gekommen. 1722 kamen dann die ersten deutschen Siedler überwiegend aus Hessen, Sachsen und Schwaben. Drei Religionen beherrschten ab diesem Zeitpunkt die Region: die evangelische, reformierte und von den ungarischen Bürgern die katholische. Aus diesem Grunde wurden hier 3 Kirchen gebaut, die heute noch benutzt werden. Nach dem II. Weltkrieg wurden die Schwaben vertrieben. Im deutschen Heimatmuseum können traditionelle Gebrauchsgegenstände aus dem Leben der protestantischen Deutschen besichtigt werden.
Es gibt ein Altenpflegeheim und ein Gymnasium mit deutschsprachigem Zweig. Im Kulturhaus gibt es eine Bibliothek mit reichhaltigem Bücherbestand, außerdem existiert eine Volkstanzgruppe, ein Schachklub, ein deutscher und ein ungarischer Chor und eine Künstlergruppe. Gyönk hat ca. 2500 Einwohner; mehr als 1/3 davon zählt sich zur ungarn-deutschen Minderheit. Die deutsche Sprache hat im Ort eine lange Tradition; im Gymnasium seit der Gründung (1806), in der Grundschule seit 1957, im Kindergarten seit 1974. Daher fällt die Verständigung ausgesprochen leicht, selbst wenn die Landessprache nicht beherrscht wird. Erleichtert wird dies durch die Gastfreundlichkeit, die insgesamt nahezu familiäre Atmosphäre im Ort, die, garantiert durch die Direktoren Péter Petz und László Garai, auch weitgehend das Schulleben prägte.
Nahezu sämtliche Angelegenheiten des Alltags können in Gyönk umstandslos getätigt werden. Auch die allgemein-medizinische Betreuung ist gut. Den Ort prägt ein reges kulturelles Dorfleben, in dem Traditionen noch mehr gelebt als feilgeboten werden.