Sämtliche familienpolitischen Maßnahmen der Regierung scheinen ins Leere zu laufen: Die Bevölkerung Ungarns schrumpft und schrumpft. Sie liegt jetzt schon deutlich unter dere magischen Marke von zehn Millionen.
Im vorigen Jahr kamen nach der neuesten Statistik 88 050 Kinder zur Welt, 2,5 Prozent weniger als im Jahr davor. Als Ergebnis ging die Einwohnerzahl des Landes auf 9,962 Millionen zurück. 128 700 Menschen starben, ein Rückgang von 1,3 Prozent. Der Rückgang der Bevölkerung entsprach mit 40 650 Menschen der Einwohnerschaft einer Stadt. Zugleich zeigt die Statistik, dass der Rückgang sich beschleunigte.
Nach Auffassung der Demographin Tiborné Pongracz kann sich die Lage wegen der schlechten Regierungspolitik und eines falschen gesellschaftlichen Verständnisses in den kommenden Jahren noch verschlechtern. Auch in den von Ungarn bewohnten Gebieten jenseits der Grenzen Ungarns geht die Einwohnerzahl zurück. Im Interview mit dem Nachrichtenmagazin für Politik und Wirtschaft nannte Pongrácz wirtschaftliche Probleme und das Fehlen eines allgemeinen Sicherheitsgefühl als primäre Ursachen für die negative Entwicklung.