Das Schilf dient nicht nur verliebten Paaren dazu, sich darin vor den Augen der Welt zu verstecken, sondern kommt auch wieder als Hausbedachung in Mode.
Rund um den Balaton mit seinen 600 Quadratkilometern Wasserfläche stößt man auf den 235 Kilometer langen Ufern immer wieder auf Schilfflächen, insgesamt etwa 1500 Hektar. Auch von Balatonfenyves in Richtung Kleiner Balaton wächst das Rohr. Eine gute Schilfernte ist nur zu erwarten, wenn der Plattensee mindestens 20 Zentimeter dick zufriert, eine Schnittgenehmigung gilt jeweils bis 15. Februar. Bei niedrigem Wasserstand und wenig Frost, wie in den beiden letzten Jahren, kann nicht geerntet werden, weil die herausstehenden Wurzeln durch Herumlaufen beschädigt würden. Schilfflächen stellen seit je her ein Rückzugsgebiet für rar gewordene Vogelarten dar, dienen der Wasserqualität, indem sie Nitrogene und Phosphor binden, und halten den Algenbestand am Leben.
Schilfgedeckte Häuser gehören zur Balatonregion schon immer wie Segelschiffe und Weinberge. Ein Schilfdach kann den Eventualitäten des Wetters ein ganzes Jahrhundert lang trotzen, kühlt in der warmen Jahreszeit das Hausinnere und konserviert die Wärme im Winter. Spezialisierte Dachdecker-Handwerksbetriebe finden sich noch in vielen Orten rund um den See.
(Quelle: origo.hu)